Dorothee Oberlinger "and friends" am 27.04.2002

 
Dorothee Oberlinger, die junge deutsche Künstlerin auf allerhöchstem Niveau, läßt die natürlichen Grenzen der Blockflöte vergessen, wenn sie ihrem Instrument eine Ausdruckspalette abgewinnt, auf der sich Charme, Kraft und unanfechtbare Virtuosität scheinbar reflexhaft wie schwerelos durchdringen. So entsteht der beglückende Eindruck, es sei die Blockflöte selbst, die zu uns singe, spreche, deklamiere in der Entfaltung all ihrer Möglichkeiten.

Wir freuen uns, daß Dorothee – mit Bois de Cologne und ornamente 99 schon zweimal im Ibach-Haus zu Gast – dieses Mal als Solistin ganz verschiedene Facetten ihres Spiels auffächert: bei einem durchaus ungewöhnlichen Auftritt, der zwei eher gegensätzliche Konzerte zu einer Darbietung zusammenschweißt. Leichtfüßig-spielfreudiger Spätbarock eines Vivaldi oder Telemann, dargeboten als geistreiches Geplänkel zwischen Flöte, Barockfagott und Cembalo, steht einer Musik gegenüber, die neu ist, aber in ihrer kraftvollen Intensität, ihrer nicht modernistischen Zeitgenossenschaft wirkt, als müsse sie schon immer in uns gelebt haben.



15.00   Komponieren heute,    
    mit Dorothée Hahne    
 
Daß sich moderne kompositorische Mittel – etwa die Möglichkeiten überaus spannender Live-Elektronik – mit substantiellen musikalischen Äußerungen nicht nur vertragen, sondern diese geradezu ermöglichen: dafür stehen die bisherigen Blockflötenwerke der Kölnerin Dorothée Hahne, deren Musik den zweiten Teil des Schwelmer Konzertes ausmacht. Nicht immer sind Komponisten dazu bereit oder fähig, ihr Tun wirklich publikumsnah zu erläutern und sich über die Schulter sehen zu lassen. Und nicht allzu oft besteht umgekehrt die Chance, das Ergebnis eines vom Autor erörterten Kompositionsprozesses umgehend zu Gehör zu bekommen.

Dorothée Hahne erzählt nicht nur von den Voraussetzungen und Intentionen ihrer Arbeit, sie führt in anschaulicher Demonstration vielmehr ganz konkret hinein in die Möglichkeiten der Klangerkundung, -veränderung oder -dramaturgie, wie sie beispielsweise der Computer im Verein mit dem live musizierenden Künstler eröffnet. Neue Musik wird so aus fragwürdiger Ferne herausgeholt und zum Anfassen, zum wirklichen Anhören nahegebracht.

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16.30

  Konzert: Dorothee Oberlinger ”and friends”

    Temperamentvoll sekundiert vom Cembalo Alexander Puliaevs, tauchen Dorothee Oberlingers Blockflöten und Lorenzo Alperts Barockfagott bekannte wie unbekannte Preziosen des Spätbarock in das beredte Licht zweier einander anspornender und ergänzender Holzbläser.

Nach der Pause erweitert Dorothée Hahne die zeitgenössischen Erzählungen der jetzt solistischen Blockflöte in elektronischer Assistenz zu Dialogen mit sich selbst, wie sie energetisch suggestiver schwer vorstellbar sind.


10.00 - 15.00   Flötenfirmen im Ibach-Haus:
Moeck Music

    Die Firma Moeck, vielen ein Synonym für Blockflötenbau schlechthin, stellt sich mit ihrem breiten, nahtlos aufeinander abgestimmten Sortiment von der Schulflöte bis zum Subbaß vor, ergänzt durch Holzblasinstrumente der Renaissance. Kennenlernen, ausprobieren, vergleichen, Klangunterschiede erleben – die Palette der Möglichkeiten ist besonders für Lehrer und ihre Schüler ein ungetrübter Genuß: Hier darf man, was im Musikgeschäft nur zurückhaltend möglich ist.

Darüber hinaus werden mitgebrachte Besucherflöten kostenlos repariert – wer das eine oder andere an seinem Instrument auszusetzen hat, sollte die Gelegenheit nutzen: Bestimmt kommen dabei auch Tips und Tricks aus der Blockflötenwerkstatt nicht zu kurz.



 
Start • 2001/2002 • Dorothee Oberlinger "and friends" am 27.04.2002
 
 
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