ornamente 99 – ein junges Ensemble für Alte Musik, das der konzertanten Kammermusik des Hochbarock frischen Wind einbläst, ihr wiedergewinnt, was sich dem domestizierenden Blick auf diese Epoche kultivierter Dekadenz nicht fügt: den Experimentalcharakter einer Musik, die als weltliche im Dienste eitler Selbststilisierung gefeierter Stars ganz dem Augenblick verhaftet war und ihn daher ornamental zu verlängern, zu verdichten, ja zu überfrachten suchte.

 
 
Karsten Erik Ose, selbst streitbarer Musikwissenschaftler, der die Grenzen seiner Zunft beständig überschreitet, weil er – als auch passionierter Blockflötist – auf der Einheit von Theorie und Praxis, von unbeirrter Einsicht und deren musikalischer Realisierung insistiert, wirft sich auch heute wieder die Bälle zu mit Könnern der Zunft: mit Dorothee Oberlinger, der wegweisenden Blockflötistin unserer Zeit, mit der Oboe Martin Stadlers und ihrem unnachahmlich zarten Schmelz, mit Luise Baumgartl, die die einzigartige Paarung zweier Blockflöten und zweier Oboen bewegend komplettiert, und schließlich temperamentvoll sekundiert von Cello und Cembalo – den beiden unersetzbaren Elementen im alles zusammenfügenden Klangfundament.
 
 
Mit freundlicher Unterstützung der Firma Moeck
 
 
10.00 - 14.30   Flötenfirmen im Ibach-Haus: Moeck
 
  Es weht ein frischer Wind in der traditionsreichen Firma Moeck, der den Produkten, aber ganz besonders auch dem freundlich-unkomplizierten Umgang mit den Kunden spürbar zugute kommt. Brachliegende Energien konnten durch eine Neustrukturierung der Unternehmensleitung freigesetzt werden, so daß die Impulse des größten europäischen Blockflötenhersteller frisch sind wie am ersten Tag...

    Wieder stellt sich Moeck, vielen ein Synonym für Blockflötenbau schlechthin, mit dem breiten, nahtlos aufeinander abgestimmten Sortiment von der Schulflöte bis zum Subbass vor, ergänzt durch Holzblasinstrumente der Renaissance.
Kennenlernen, ausprobieren, vergleichen – die Palette der Möglichkeiten ist besonders für Lehrer und Schüler ein ungetrübter Genuß: Hier darf man, was im Musikgeschäft nur zurückhaltend möglich ist.

 

    Darüber hinaus werden mitgebrachte Besucherflöten kostenlos repariert – wer das eine oder andere an seinem Instrument auszusetzen hat, sollte die Gelegenheit nutzen. Bestimmt kommen dabei auch Tips und Tricks aus der Blockflötenwerkstatt nicht zu kurz.

  Da der Andrang stets beeindruckend ist, können wir nicht gewährleisten, daß alle Blockflöten vor Ort berücksichtigt werden.
 

10.30 - 13.00

  Blockflötenbau und -korrektur,
mit Yoav Ran
 
   

Wie wird eigentlich eine Blockflöte gebaut, was sind die grundlegenden Entscheidungen – und vor allem: Wie sieht das konkret in der Praxis aus? Solches im Zeitraffer tatsächlich vorzuführen, vermag nur eine wirklich gestaltungsmächtige Hand, wie sie Yoav Ran, der hierzulange viel zu wenig bekannte Blockflötenbauer aus Israel, in seiner zurückhaltend-freundlichen Art zwar nicht sein eigen nennt, über die er aber unstrittig verfügt. ”How to make and destroy a recorder in 1 hour” – so der augenzwinkernd unernste Titel einer Demonstration, die jedoch aufregende Einsichten plastisch zu vermitteln weiß.

 
Darüber hinaus weiht Yoav die Teilnehmer anhand ihrer mitgebrachten und klanglich angeschlagenen Instrumente in die Geheimnisse der Intonation ein, und es ist beeindruckend zu erleben, mit welch vergleichsweise unscheinbaren Eingriffen in das tonliche Leben einer jeden Blockflöte dieses verändert, verbessert werden kann. Hier – in der jeweiligen Güte des Aufwands – liegt auch die Nahtstelle zwischen Serienproduktion und handgefertigtem Einzelstück. Unterschiede, Eigenheiten und Überschneidungen beider Produktionsweisen wird Yoav im praktischen Vergleich erläutern und zur Probe stellen.
 
Teilnehmerzahl: 15 - 20
Teilnahmegebühr: 15,- €


Anmeldeschluss 15. November.
Bei Bedarf ein klangdefektes Instrumente mitbringen.
 
 
11.00 - 13.00   Das Ornament belebt die Musik,
oder: Mehr ist mehr, mit Karsten Erik Ose
 

Dass gerade im Hochbarock die notierten Köpfe und Linien eher ein Gerüst markierten, um das herum sich reiche Verzierungen legten, die den damaligen Musikern nicht nur in informierter Willkür aus Fingern und Mündern quollen, sondern zur zweiten Natur wurden, – dass der stets neuerliche Versuch, diesen Wildwuchs einzuhegen, zu standardisieren, den barock überbordenden Esprit einschnürt und verfälscht: Wer vermag diese Einsichten zwingender in eine prickelnde Erfahrung umzusetzen als Karsten Erik Ose, dessen Konzertauftritt professionell einlöst, was er am Morgen mit risikofreudigen Interessierten entdeckt, erarbeitet oder ausprobiert?

Einleitend wird Erik das weite Feld des hochbarocken Ornamentierens in Vortrag und Demonstration, in Noten- und Klangbeispiel auspinseln, um dann gemeinsam mit den Teilnehmern anhand vorbereiteter Literatur zu erkunden, wie sich jeweils die barocke Geste wirkungsvoll entfalten könnte. Dabei geht es nicht um die ausgetüftelte Vorbereitung als vielmehr um den Mut zur eigenen Spielfreude und Experimentierlust.

aktiv: 15,-
passiv: 5,-

Anmeldeschluss 15. November.
 
 

15.00

 

Vorkonzert:
„Blockflötentage Engelskirchen 2003”
Ausgewählte Preisträger

 
 

Nach wie vor einzigartig: der international stark beachtete Wettbewerb für den vielversprechenden Kinder- und Jugendnachwuchs in Engelskirchen – eine Plattform des Vergleichs und der Ermutigung, die heute nicht mehr wegzudenken ist. Ursula Schmidt-Laukamp, die rührige Initiatorin des Festivals, hat dieses Mal ein besonderes Bonbon für die Zukunft der Blockflöte zusätzlich im Planungskoffer: einen Grand Prix für angehende Profis, die noch als Studenten quasi in den Startlöchern ihrer Karriere hocken. Was da künftig in Sachen Blockflötentrio oder -quartett die Maßstäbe mitsetzen wird – der Auftritt eines ausgewählten Preisträger-Ensembles im Ibach-Haus gibt bestimmt zu anregenden Erfahrungen oder Spekulationen Anlass.

 
 

16.30

 

Konzert: ornamente 99

 
   

 
 
Start • 2003/2004 • 1. Blockflötentag - 22.11.2003
 
 
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