Wenn es einen wirklichen Kosmopoliten, einen frei und ungezwungen den Möglichkeiten der Blockflöte nachspürenden Musiker gibt, dann ist es Matthias Maute, der deutsche Interpret und Komponist im kanadischen Montreal, der die Musik zurückliegender Zeiten und ihre einfühlsame Ausdeutung gern auch mit seiner eigenen Musik verwebt: Mal im verblüffend genau angepassten barocken Kleid, mal in der augenzwinkernden Pointierung zeitgenössischer Strömungen über die Grenzen von E- und U-Musik hinweg vermitteln Mautes Stücke zwischen den unterschiedlichsten Äußerungen aus der Vergangenheit, vertiefen oder kontrapunktieren deren Gehalte, greifen quasi kommentierend ein, so dass Programmfolgen entstehen, die höchst vielgestaltig, aber nicht uneinheitlich, sondern stets selbst von kompositorischer Qualität sind.

Angerichtet und zu Ohr gebracht wird solches vom ensemble caprice in der lichten Besetzung zweier mit der Gambe vereinter Blockflöten. Sein Spiel – nomen est omen – ist von einem artifiziellen Charme sondergleichen: sicherlich auch, weil das klangliche Raffinement ohne den definierten und gesetzmäßig verklingenden Cembaloton einschmeichelnder sich einstellt.
10.00 - 11.00  
Blockflötenworkshop mit Geri Bollinger
Geri Bollinger, der innovative Geist bei Küng Blockflötenbau, ist einer der ganz wenigen Blockflötentüftler, die unbeirrt von kommerziellen Zwängen und frei von einengender Eitelkeit unser Wissen über die Möglichkeiten und Grenzen der Blockflöte stets neu und erweiternd bedenken – oder einfach in Instrumente übersetzen, die die Vorurteilslosigkeit ihres Erbauers konstruktiv in sich tragen. Wenn er erläutert oder fragt, gelingt es ihm ohne Trick, seine eigene Neugier auf den satten Flötenklang zum unmittelbaren Interesse dessen werden zu lassen, der ihm und seinen Überlegungen zuhört.

Heute im Reisegepäck dabei:

„Jede Flöte muss anders gespielt werden – warum und wie?”

• Von engen und weiten Windkanälen.
• Von leichtgängigen und widerspenstigen Flöten.
• Von enger und weiter Mundstellung.
• Von der Spielart des Flötenbauers – man sollte sie kennen.
• Vom Hören: Was vernimmt der Spieler, was der Zuhörer?
• Vom Unterschied zwischen Ensemble- und Soloflöten.

Teilnahmegebühr: 5,- €
Anmeldeschluss 7. Februar. Bitte die eigene Altblockflöte mitbringen.

11.00 - 13.00   Küng Blockflötenbau: Beratung, Infos, Präsentation, Austausch...
mit Geri Bollinger
Andreas Küng: „Wir sehen uns als kleine Blockflötenmanufaktur, insgesamt 14 Leute arbeiten hier. Die Geschichte ist spannend und wechselvoll, geprägt vom Auf und Ab der Erfolge in den 50er und 60er Jahren, den etwas schwierigeren Zeiten der 70er Jahre und den stetig nach oben führenden Tendenzen der 90er. Eine kleine Firma also, die manchmal gerne aus Konventionen ausbrechen und etwas machen würde, das im Markt nicht möglich oder gefragt ist.

Die zentrale Frage lautet wohl, wohin die Entwicklung der Blockflöte gehen wird, wie sich dieses spezielle Instrument im heutigen Umgang mit Musik integriert und wie unsere Firma diese Entwicklung begleiten und/oder mitgestalten kann. – Quantensprünge sind keine zu machen im Blockflötenbau. Die Blockflöte bleibt, trotz angestrebter und zum Teil auch erreichter Erweiterung in Umfang und Dynamik, eine Blockflöte und kann nicht Klarinette oder Oboe sein. Lassen wir also der Blockflöte ihren ganz speziellen Platz im Konzert der Instrumente – denn dieser Platz ist sehr facettenreich!”
11.00 - 13.00   Blockflötenkurs mit Matthias Maute

Matthias Mautes im besten Sinne unterhaltende Stücke, von vielen gemocht, von vielen gespielt, sprechen für sich. Die Gelegenheit allerdings, den Urheber für sie sprechen zu lassen, ist eine nicht zu ersetzende Erfahrung bei der Annäherung an Mautes Spielmusik. Schüler, Ensembles und Zuhörer werden durch die Hinweise, die Maute unterrichtend entwickelt, in ihrem eigenen Bemühen oder Verständnis bestärkt, korrigiert – und in jedem Fall bereichert.

Natürlich arbeitet Matthias mit den Teilnehmern auf Wunsch auch an anderen zeitgenössischen oder barocken Stücken, die er wie nur wenige von innen her aufzuschlüsseln vermag. Die Lust an der Vertiefung ausgewählter Details – damit will Matthias die Mitmachenden anstecken, wenn er immer ganz von dem ausgeht, was der einzelne an interpretierenden Möglichkeiten mitbringt.

Aktive Teilnahme: 30,- €
Passive Teilnahme: 10,- €

Anmeldeschluss 7. Februar.
15.00   Großbassnöte – und wie man sie los wird,
mit Geri Bollinger (Küng Blockflötenbau)

   
Wie muss ein Großbass beschaffen sein, der dunkel, kräftig und doch klar zu zeichnen vermag, der in allen Lagen nahtlos überzeugt und dessen Handhabung auch für kleine Hände kein Problem ist? Welchen Einfluss auf den Klangcharakter haben Holz, Grifflochgröße, Anblasrohr, Knick etc.? – Vermutlich ist derzeit kein anderer Flötenbauer in der Lage, solche Fragen wirklich detailliert und demonstrierend zu beantworten, als eben Geri Bollinger, dessen universell einsetzbarer Großbass die wohl überzeugendste Antwort auf die zahllosen Schwierigkeiten ist, die mit diesem Flötentyp gemeinhin assoziiert werden.
   

Geri scheut sich nicht, beim genauen Blick in seinen c-Bass auch konstruktionsbedingte Grenzen und offen gebliebene Problemstellungen anschaulich in den Vordergrund zu stellen. So lässt er den Interessierten teilhaben an einem öffentlichen Nachdenken über Entscheidungssituationen des Blockflötenbauers, macht sie mit illustrierenden Klangproben plastisch deutlich und vermittelt wie nebenbei die grundlegenden Kriterien zur qualifizierten Beurteilung von Blockflöten überhaupt.

16.30  

Konzert: ensemble caprice

   
Mittelalterliches, Barockes, Jazzoides – oder auch ganz anderes:
dargeboten im prickelnden „pas de trois” und miteinander verknüpft
in überleitenden Gesten aus der Feder Matthias Mautes.
Mit freundlicher Unterstützung der Firma Küng Blockflötenbau
 
Start • 2003/2004 • 3. Blockflötentag - 14.02.2004
 
 
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